Leberkäse: Ein bayerisch-österreichischer Snack erobert die Herzen der Genießer

Bis heute gehört Leberkäse zu den beliebtesten Zwischenmahlzeiten in Bayern und Österreich. Eilige besorgen sich in der Pause oder auf dem Weg zur Arbeit gern eine frische Leberkäse-Semmel, die oft gleich unterwegs verzehren. Frisch gebratener Leberkäse mit Bratkartoffeln, Spiegelei und einem kühlen Bier oder Radler gehören zu den beliebtesten Mahlzeiten in den Biergärten der Region. Mittlerweile hat er die Herzen der schnellen Genießer in ganz Deutschland erobert.

Woher stammt der Name?

Wer alles über Leberkäse wissen möchte, stößt schon auf Kuriositäten, wenn es um den Namen geht. Denn Leberkäse hat weder mit Leber noch mit Käse im Mindesten etwas zu tun. Weil die Form des frisch gebrühten Leberkäses an einen Brotlaib erinnert, dürfte sich der erste Teil des Namens vom Wort „Laib“ her ableiten. Mit „Kas“ werden in Bayern und Österreich Lebensmittel genannt, die in Form einer kompakten Masse gegessen werden können.

Leberkäse ist nicht gleich Leberkäse

Nach dem deutschen Lebensmittelrecht muss Leberkäse, der außerhalb der weißblauen Landesgrenzen hergestellt wird, allerdings Leber enthalten. Eine Ausnahme gibt es nur für „Bayerischen Leberkäse“. Um diesem Missverständnis vorzubeugen, wird der klassische Leberkäse außerhalb von Bayern und Österreich auch als Fleischkäse bezeichnet.

Die Zutaten dafür sind neben gepökeltem Rindfleisch und fettreichem Schweinefleisch Speck, Zwiebeln, Wasser, Majoran und Salz. Diese werden in einem Kutter vermischt und verarbeitet, bis feines Brät entstanden ist. Dieses wird anschließend in einer Backform so lange gebacken, bis er die typische, braune Kruste hat.

Leberkäse-Varianten

Weißer Leberkäse und grober Leberkäse sind die bekanntesten Varianten. Bei Letzterem gibt der Metzger Fleischstücke, die jedoch nicht durch den Fleischwolf gedreht wurden, ins Brät. In weißem Leberkäse kann statt Rind- auch Kalbfleisch enthalten sein. Der große Unterschied zur klassischen Variante aber ist, dass das Rindfleisch vor der Verarbeitung nicht gepökelt wird. Dadurch bekommt das Brät eine hellere Farbe und erinnert an Kalbfleisch.

Bekannte Variationen sind außerdem Tessiner Leberkäse, in dem Paprika enthalten ist, sowie Pizzaleberkäse. Generell sind der Fantasie des Metzgers für die Zutaten aber keine Grenzen gesetzt. Eine feurige Note bekommt der Leberkäse, wenn Chili beigemengt wird, herzhaft und deftig schmeckt er, wenn Spinat oder Zwiebelstücke enthalten sind, und einen mediterranen Touch bekommt er mit Tomate und Mozzarella.

Gegessen wird der Leberkäse übrigens nicht nur angebraten, sondern auch gern kalt zur Brotzeit. Serviert wird er in der kalten Variante mit frischem Brot, Gewürzgurken und mittelscharfem Senf. Gern wird Leberkäse auch paniert und in der Pfanne gebraten oder als falsches Cordon Bleu serviert.